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Rubrik: Forum


Vista-Werbung an ETH-Fassade: "Pimp my ETH"?

Published: 01.02.2007 06:00
Modified: 01.02.2007 14:01
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Von Marcus Dapp

Am 30. Januar 2007, dem Verkaufsstart von Windows Vista, fand an der ETH eine Präsentation von Microsoft mit dem Titel "When Culture Meets Technology and When Technology Meets Culture". Gastgeber des Anlasses waren das D-INFK und Microsoft Schweiz. Nach dem eigentlichen Programm wurde eine "Überraschung" präsentiert, indem die Fassade des Hauptgebäudes mit über- dimensionalen MS- und Vista-Logos beleuchtet wurde.

Diesen Vorfall halte ich für sehr bedenklich und auch sehr paradox. Bedenklich ist, dass sich eine öffentliche Einrichtung wie die "Eidgenössische" Technische Hochschule für solch einen billigen Marketinggag hergibt, der im wahrsten Sinne des Wortes über ganz Zürich strahlt. Reichte es nicht, dass wir vor einiger Zeit ein E-mail an alle (!) aus den Informatikdiensten erhielten, in dem wir beruhigt wurden, dass Vista an der ETH verfügbar sei, sobald es herauskomme?

Vor allem aber ist es paradox und zeigt, dass die ETH nicht immer das tut, was sie als richtig erkannt hat. Bereits vor einigen Jahren als richtig erkannt hat sie im Informatikkonzept 2003-2007 und der ICT-Strategie, dass die Abhängigkeit von Monopolisten und proprietären Datenformaten gefährlich ist. Warum handelt die ETH im Widerspruch zu ihren Erkenntnissen? Wenn sie etwas als richtig erkannt hat, sollte sie danach handeln. Alles andere ist unvertretbar, nach innen wie nach aussen.

Ein Essay des Autors, welches die ETH als Vorreiterin im nachhaltigen Umgang mit digitalen Wissens- und Kulturgütern beschrieb, also dem "core business" einer Universität, wie es Corporate Communications ausdrücken würde, wurde am 150-Jahr-Jubiläum mit einem Preis ausgezeichnet und erschien unter einer "open access"-Lizenz. Umso grösser ist die Enttäuschung, dass die ETH in der Realität weit entfernt von einer Vorreiterrolle ist.


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