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Rubrik: News
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Publiziert: 22.12.2006 06:00

Begehbare Camera obscura in Trondheim
Kamera aus Holz

(cm) Bauen mit Holz ist in Norwegen von grosser Bedeutung. So beträgt der Anteil an Holzhäusern im skandinavischen Land 90 Prozent – im Vergleich dazu weist die Schweiz einen Anteil von 20 Prozent auf. Dabei nutzen aber die Norweger das Potenzial der zeitgenössischen Konstruktionsmöglichkeiten kaum. Um dieses Defizit zu beheben, finanzierte die staatliche Wirtschaftsförderung „Innovasjon Norge“ ein spezielles Projekt. In diesem realisierte Knut Einar Larsen von der Norwegian University of Science and Technology (NTNU) in Trondheim zusammen mit Studierenden und der Unterstützung durch Fabian Scheurer sowie Christoph Schindler von der ETH-Professur für CAAD eine begehbare Camera obscuraa aus Holz im Hafen von Trondheim(1)(2)(3).

Verdrehter Würfel für verdrehte Bilder

Diese steht nun seit diesem Monat in Trondheim neben dem Maritimmuseum zwischen dem alten und einem neu entstehenden Stadtzentrum. Ein verdrehter Würfel mit einer Kantenlänge von vier Metern bilder das Kameragehäuse. Die Aussenhülle besteht aus vertikalen Brettern, die aufgrund der Gesamtform auf den vier Seiten hyperbolische Paraboloide bilden. Das Dach ist plan, steht aber in einem 45 Winkel zum Boden. Direkt unter der Holzhülle befindet sich ein bituminöses, wasserdichtes Gewebe auf einer Tragstruktur, die wiederum innen mit Brettern verschalt ist. Die Kamera, für die man eine Lebensdauer von 20 Jahr erwartet, bietet Platz für rund 10 Personen. Diese haben zwei Ausblicksmöglichkeiten. Einerseits gibt es eine mittels Seilzug drehbare Linse auf dem Dach, die ein Bild auf den Boden projiziert. Andererseits führt ein Loch in der Türe dazu, das ein Bild des Trondheimfojord auf der gegenüberliegenden Wand - wie es für eine Camera obscura typisch ist - auf dem Kopf erscheint.

Weitere Aussichten

Mit der Kamerafunktion selber hatten die ETH-Architekten nicht direkt zu tun, doch umso mehr mit der für den Auftraggeber wichtigen Holzhülle. Ihre Aufgabe sei es gewesen, die Studierenden in Trondheim an die Fertigung mit Computer getriebenen, beziehungsweise CAD Maschinen zu führen, so Christoph Schindler. Konkret hätten sie mit den marktführenden Abbundmaschinen der Fima Hundegger die Holzteile der Camera obscura produziert (4). Bei den quadratischen Rahmen sei man dabei an deren Leistungsgrenze gelangt. Der ETH-Architekt weist darauf hin, dass diese Ausreizung erst dank der Zusammenarbeit mit dem Maschinenhersteller Hundegger, der Softwarefirma Cadwork und den zwei beteiligten Zimmereien möglich gewesen sei. Für ihre Unterstützung der Studierenden reisten die ETH-Architekten vier Mal für insgesamt drei Wochen nach Norwegen.

Die Reisen scheinen sich gelohnt zu haben. So waren die NTNU, die Stadt Trondheim und die Innvasjon Norge vom Ergebnis so überzeugt, dass sie die Zusammenarbeit in den kommenden Jahren fortsetzen möchten.


Zeigt neue Möglichkeiten der Holzbauweise auf: Eine begehbare Camera obscura in Trondheim, entstanden mit Hilfe der ETH-Professur für CAAD (Bilder: Christoph Schindler) gross

Querschnitt durch die Camera obscura. gross


Fussnoten:
(1) Norwegian University of Science and Technology (NTNU): http:// www.viten.ntnu.no/
(2) "Camera obscura"-Projekt: www.ntnu.no/1-2-tre/06/
(3) "Camera obscura"-Projekt auf der Seite der ETH-Professur für CAAD: http://wiki.arch.ethz.ch/twiki/bin/view/Front/CaadArticleEvent2006X12X11X17X54X02
(4) Firma Hundegger: www.hundegger.de



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