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Rubrik: News

Alumni Business Dinner
Zug um Zug zur Milliarde

Published: 07.06.2007 06:00
Modified: 05.06.2007 20:37
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(per (mailto:peter.rueegg@cc.ethz.ch) ) Peter Spuhler ist ein ungewöhnlicher Unternehmer. Die Branche, in der er tätig ist, gibt es in der Schweiz kaum mehr: die Rollmaterialindustrie. Von den klingenden Namen wie Schindler, SLM-Sulzer und SIG ist nichts mehr übrig geblieben. Die Firma Stadler Rail Group aber hat überlebt. Sie hat in den letzten zwei Jahrzehnten sogar expandiert und erreicht gemäss Jahresbudget 2007 zum ersten Mal in der Firmengeschichte eine Milliarde Franken Umsatz. Dies ist zu einem grossen Teil der Verdienst Spuhlers. Am Alumni Business Dinner an der ETH vom 31. Mai 2007 präsentierte die Gründe für den Erfolg.

Fehler der alten Garde vermieden

Spuhler hat es geschafft, den lokal verwurzelten Kleinstbetrieb Stadler AG mit 18 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 4,5 Millionen zu einem international tätigen Konzern zu entwickeln. Mit 28 Jahren stieg der HSG-Absolvent bei der Stadler AG ein, übernahm zwei Jahre später das Ruder und heute, 18 Jahre danach, beschäftigt die Stadler Rail Group 2'500 Leute an sieben verschiedenen Standorten in der Schweiz, Deutschland, Polen, Ungarn und Algerien. „In Europa gibt es nur noch zwei bis drei Firmen wie Stadler“, sagte Spuhler nicht ohne Stolz. Der ganze Rest wurde von den Grossen der Branche wie Adtranz, Bombardier und Siemens aufgekauft, fusioniert, geschlossen.

Die Schweizer Rollmaterialhersteller seien viel zu stark spezialisiert gewesen, blickte der SVP-Nationalrat zurück. Wenn es einer der Firmen schlecht ergangen sei, sei es auch den anderen schlecht gelaufen. Für die meisten sei Rollmaterial nicht Kerngeschäft gewesen. Ausserdem habe sich der Schweizer Markt zu sehr vom Ausland abgeschottet und sich nicht um internationale Aufträge beworben.

Thurgauer Züge sind gefragt

Das Pech der Grossen war letztlich Spuhlers Glück. „Als Kleine haben wir immer gewusst, dass wir uns dem internationalen Wettbewerb stellen müssen“, sagte er. Züge aus Bussnang verkehren dank international eingeholten Aufträgen unter anderem in Ungarn, Polen, Italien, Deutschland, aber auch in Austin, Texas, und bald in Algerien. Besonders erfolgreich ist die Stadler Rail Group mit dem Regionalzug "Flirt". Dieser wurde Ende 2004 zum ersten Mal in Verkehr gesetzt und seither wurden davon 325 Stück verkauft.

Peter Spuhler, CEO der Stadler Rail Group. (Bild: Stadler Rail Group)

Um China macht Spuhler hingegen einen Bogen. Geld verdienen könne man als westliche Firma da kaum. „Die wollen nur unsere Technologien.“

Leidenschaftlicher CEO

Für Spuhler hat der Erfolg seiner Firma auch viel mit menschlichen Faktoren zu tun, etwa der Kontinuität im Kader, der Beteiligung der Mitarbeitenden am Erfolg, aber auch einer einfachen Firmenstruktur und flachen Hierarchien. „Die Komplexizität der Branche darf nicht durch komplexe Strukturen und Prozesse innerhalb der Firma erhöht werden“, lautete eines seiner Credos. Und nicht zuletzt brauch ein CEO neben Mut, Gelassenheit und Nervenstärke auch Leidenschaft für die Sache. Und wenn die Mitarbeiter vom Erfolg gesättigt seien und bequem würden, lasse er zwischendurch eine Bombe platzen. Die jüngste: Spuhler beteiligt sich am Schweizer Landmaschinenhersteller Aebi. Für ihn sei dies vor allem ein Bekenntnis zum Werkplatz Schweiz, sagte er.

References:
Informationen über die Stadler Rail Group: www.stadlerrail.com/


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