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Rubrik: Tagesberichte

Meilenstein der Gesamtplanung im Hochschulgebiet Zürich-Zentrum
Zentrum der Bildung mit neuem Gesicht

Published: 11.09.2006 06:00
Modified: 10.09.2006 22:58
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Der Hochschulraum Zürich-Zentrum soll in den kommenden Jahrzehnten zu einem in sich stimmigen und räumlich vernetzten Ganzen werden. Den dazu von ETH-Landschaftsarchitektur-Professor Christophe Girot vorgelegten Masterplan haben Stadt und Kanton abgesegnet. Nun kann es mit der konkreten Planung vorwärts gehen - zur Freude aller Beteiligten aus Wissenschaft und Politik, wie eine Medienorientierung am Freitag zeigte.



Norbert Staub (mailto:norbert.staub@sl.ethz.ch)

Es wirkt wie ein Puzzle, das endlich zusammengefügt werden kann: Im Gebiet zwischen dem Zürcher Bellevue und dem Haldenbach in Oberstrass einerseits und zwischen Central und Gloriastrasse andererseits konzentrieren sich Bildung und Kultur von geradezu unschweizerischen Dimensionen: Zwei universitäre Hochschulen mit je einem monumentalen Hauptgebäude und einer Vielzahl von Instituten und weiterer Infrastruktur, eine Musik- und eine Pädagogische Hochschule, ein Universitätsspital, mehrere Gymnasien, ein grosses Kunstmuseum und weitere Sammlungen, Museen und Bibliotheken für insgesamt über 27’000 Studierende und Angestellte, zudem mehrere Theater. Das alles entstand zum Teil in sorgfältiger Planung, häufig aber auch in isolierten Schritten und der schnell wachsenden (Platz-) Not gehorchend. Gewisse Provisorien, wie die Bauten an der Kantonsschulstrasse gegenüber dem Kunsthaus, liess die Macht des Faktischen zu „Providurien“ werden.

Gemeinsam mit mehr Gewicht

Zusammen mit Universitätsrektor Hans Weder hatte sich Gerhard Schmitt, ETH-Vizepräsident für Planung und Logistik, im Jahr 2001 vorgenommen, diesen Reichtum unter dem Titel „Bildungs- und Kulturmeile“ koordiniert zu entwickeln. „Die Universität Zürich macht mit: Sie braucht mehr Nutzfläche“, brachte alt Prorektor Alexander Borbély an der Medienkonferenz ein wichtiges Motiv auf den Punkt. So rechnet die Uni bis 2015 mit rund zehn Prozent mehr Studierenden; zudem werde „Bologna“ mehr Kleingruppenunterricht und mehr Platzbedarf mit sich bringen.

Die ETH könnte (ohne die Ausstellungsinfrastruktur "Panorama") mit einer Zunahme von rund 25'000 m2 Geschossfläche rechnen.

Stadt und Kanton gesellten sich bald mit ins Boot, und die Politik hiess 2003 die groben Leitsätze gut. (1) „Die Schweiz ist heute in Bezug auf die wissenschaftliche Produktion zwar weltweit top“, sagte Gerhard Schmitt. Doch die seit vielen Jahren anhaltende faktische Stagnation bei den öffentlichen Forschungsausgaben der Schweiz – während etwa die USA massive Steigerungsraten verzeichnen – sei bedenklich. Ein Weg, um dem zu begegnen sei, entschlossen und gemeinsam zu agieren, zumal auf dem Platz Zürich. Wenn das, was 40'000 Zürcher Studierende zum Arbeiten und Leben brauchen, gemeinsam entwickelt und verbessert werden kann, erhöhe dies auch die Chancen für den Innovations- und Wirtschaftsstandort Schweiz als Ganzes, meinte Schmitt.

Viel Grün und markante Neubauten: Der Masterplan für das Hochschulgebiet Zentrum will dessen Identität als Bildungs- und Kulturraum stärken.

Wertvollen Rohstoff Wissen nutzen

Jüngster Meilenstein in diesem Prozess ist nun der Masterplan, ein bis zu 25 Jahre in die Zukunft reichendes Instrument von Christophe Girot, ETH-Professor für Landschaftsarchitektur, der nun von Stadt und Kanton als Basis des weiteren Vorgehens genehmigt wurde. Als Nächstes gilt es, die Eckwerte des Masterplans in den kantonalen Richtplan aufzunehmen. Es geht konkret um die Festsetzung des Perimeters, der zentralen Neubauten und der Freiflächen.

„Der Regierungsrat hat den revidierten Richtplan am 23. August 2006 genehmigt“, sagte Baudirektorin Ursula Gut an der Medienkonferenz. Nun müsse dies der Kantonsrat noch bestätigen. „Wir können künftig nur dann erfolgreich sein, wenn wir den Rohstoff Wissen möglichst effizient nutzen und daraus neue Wertschöpfungsquellen entwickeln.“ Dazu seien Neubauten mit einem Volumen von rund 150'000 m2 in der Höhe 700 Millionen Franken vorgesehen, so die Baudirektorin.

Dritter Kronenbau

Die markanteste Neuerung wäre ein dritter so genannter „Kronenbau“ (für die Universität) an der Rämistrasse, der neben ETH- und Uni-Hauptgebäude das Ansicht des Quartiers bestimmen würde. Zudem sind der Neubau des von chronischen Platzproblemen geplagten Kunsthauses und die Schaffung neuer Freiräume vorgesehen – etwa einer grosszügigen „Plaza“ zwischen Universität und Unispital. Frei- und Erholungszonen könnten nicht nur durch den Abriss bestehender Bauten entstehen, sondern auch durch die konsequente Verlegung von Parkplätzen in den Untergrund, erklärte Christophe Girot. Ein solches Parkhaus könnte unter dem Spitalpark entstehen. Für die ETH sind entlang der Sonegg- und der Leonhardstrasse grössere Neubaukomplexe geplant. Ein grosser Ausstellungsraum ("Panorama", Ecke Gloria-/Rämistrasse) würde für Ausstellungen aller Beteiligten zur Verfügung stehen.

Wohnraum soll wieder bewohnt werden

Das Projekt stelle einen der Legislaturschwerpunkte der Stadtregierung dar, sagte Kathrin Martelli, die Chefin des Stadtzürcher Hochbaudepartements. „Überzeugt hat mich, wie Christophe Girot das Potenzial des Gebiets aus den Grünzonen heraus entwickelt“, stellte sie fest. Es reihe sich ein in Science City, die Entwicklung des Hochschulstandorts Irchel und den „Stadtraum HB“, über welchen demnächst abgestimmt wird. Einer der Effekte dieser Planung sei die Rückführung von zweckentfremdeten Wohnliegenschaften zur ursprünglichen Funktion, zu dem sich die Hochschulen verpflichten. Damit steht auch das Ende einer langwierigen, zwischendurch hitzigen Diskussion zwischen Politik und Wissenschaft in Aussicht.

References:
Weitere Details zum Thema siehe unter: www.sk.zh.ch/internet/sk/de/mm/aktuelle_mitteilungen/hochschule.html

Footnotes:
(1) Vgl. dazu den ETH Life-Bericht "Weiter mit 'City Campus'" vom 2. Juli 2003: www.ethlife.ethz.ch/articles/news/citycampus.html


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