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Rubrik: Tagesberichte
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Publiziert: 03.02.2006 06:00

Businessplan-Wettbewerb Venture 2006
Die erste Etappe ist geschafft

Die erste Phase des Businessplan-Wettbewerbs Venture 2006 ging gestern mit der Prämierung von zehn Geschäftsideen zu Ende. Die Projekte werden nun in der zweiten Phase weiter konkretisiert.

Felix Würsten

Bereits zum fünften Mal findet dieses Jahr der Businessplan Wettbewerb "Venture" (1)(2) statt. Die erste Etappe der aktuellen Ausgabe wurde gestern erfolgreich abgeschlossen. Im Auditorium Maximum wurden zehn Teams und ihre Geschäftsideen ausgezeichnet.

Venture, eine Initiative der ETH Zürich und McKinsey & Company, will angehende Jungunternehmer aus der Schweiz bei der Gründung einer Firma unterstützen. Damit soll, wie Thomas Knecht, Direktor McKinsey & Company Schweiz, bei der Medienpräsentation erklärte, das Jungunternehmertum gefördert und brachliegendes Innovationspotenzial genutzt werden. Unterstützt wird der Wettbewerb von zahlreichen renommierten Firmen. Die Resonanz auf den Wettbewerb ist ähnlich wie bei den vorangehenden Ausgaben sehr gross. 205 Teams nahmen dieses Mal an der ersten Runde teil. In einem zweistufigen Verfahren wurden nun von den insgesamt 85 Juroren zehn Preisträger erkoren.

Teams aus der ganzen Schweiz

Ein Blick auf die Siegerliste zeigt, dass Venture ein gesamtschweizerischer Wettbewerb ist. Vier der zehn siegreichen Teams stammen aus der Romandie. 60 Prozent der eingereichten Projekte gingen aus Initiativen von Hochschulangehören hervor. Prominent vertreten ist die ETH Zürich, die 36 Teams stellt. "Erfreulich ist vor allem, dass die Fachhochschulen mit 22 Teams vertreten sind", meinte Günther Lieck, Projektleiter Venture 2006. 16 Teams stammen von der EPF Lausanne.

Wer mit einer Projektidee am Venture-Wettbewerb teilnimmt, erhält eine umfassende Beratung. 220 Coaches aus den verschiedensten Bereichen setzen sich für die Teilnehmer ein und stehen ihnen mit Rat und Tat zur Seite. "Die Betreuung durch die Coaches hat mir sehr viel gebracht", meinte etwa Julian Bertschinger vom Biotechunternehmen Covagen. Die Firma setzt sich zum Ziel, mit nicht-immunogenen Proteingerüsten Biopharmazeutika der nächsten Generation zu entwickeln. Bertschinger überlegt sich zurzeit, ob er mit seinem Partner Dragan Grabulovski den Schritt in die Selbständigkeit wagen soll. Die Erarbeitung eines professionellen Businessplanes ist dabei äusserst wichtig. "Er zeigt auf, wann das neue Unternehmen wie viel Geld brauchen wird und wann die Firma allenfalls zu welchem Preis verkauft werden könnte", erklärt Bertschinger. Dass er im Falle einer Unternehmensgründung ein grosses Risiko eingeht, ist ihm durchaus bewusst. Doch ein solches Wagnis kann auch sehr lukrativ sein - der Erfolg der beiden Jungunternehmer Jol Jean-Mairet und Pablo Umaa, welche ihre Firma GlycArt für gutes Geld an Roche verkaufen konnten, zeigt, was im günstigsten Fall möglich ist. (3)


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Eines der zehn siegreichen Teams: Der ETH-Spin-off FLISOM überzeugte mit einem neuartigen Verfahren, leichte, flexible Solarzellen herzustellen. gross

Entscheidungen treffen

"Gerade für Forscher an Hochschulen ist Venture sehr nützlich", erklärte Silke Meyns von ETH transfer. "Wissenschaftler haben häufig gute Ideen, aber es fehlt ihnen an betriebswirtschaftlichem Wissen, und das braucht es zu einer erfolgreichen Firmengründung eben auch." Positiv sei, dass der Wettbewerb Deadlines setze, die Teilnehmer also zwinge, Ideen zu konkretisieren und sich zu entscheiden.

Dass es bei Venture nicht einfach nur um ein Sandkastenspiel ohne konkrete Wirkung geht, bestätigen erfolgreiche Beispiele wie Tibits oder Sensirion, die in ihrem Anfangsstadium erfolgreich an Venture teilgenommen haben. Die Organisatoren des Wettbewerbs verweisen denn auch mit einigem Stolz darauf, dass sich in der Schweiz inzwischen 135 neue Unternehmen mit rund 1300 Arbeitsplätzen in Zusammenhang mit Venture etablieren konnten.

Teilnehmerfeld wieder offen

Nach der gestrigen Feier beginnt nun für die angehenden Jungunternehmer die zweite Phase. Es geht jetzt darum, die Geschäftsidee weiter zu konkretisieren und bis Mitte April einen überzeugenden Businessplan vorzulegen. Dabei müssen sie auch gegen neue Konkurrenten bestehen, denn das Feld der Teilnehmer wird neu geöffnet, auch für solche, die an der ersten Runde nicht teilgenommen haben. Um auch am 6. Juni an der Schlussprämierung als Sieger dazustehen, müssen die nun Ausgezeichneten weiter hart kämpfen. Häufig, so Knecht, hätten sich am Schluss nämlich Teams durchgesetzt, die erst in der zweiten Phase eingestiegen sind.


Fussnoten:
(1) Homepage von Venture: www.venture.ch
(2) Siehe dazu auch "ETH Life"-Bericht "Zwei erste Plätze vergeben": www.ethlife.ethz.ch/articles/tages/VentureSchluss.html
(3) Siehe dazu auch "ETH Life"-Bericht "GlycArt übernommen": www.ethlife.ethz.ch/articles/news/GlycArt_Roche.html



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